Special

Maximo Park auf dem ZMF in Freiburg

Unverfälschter Indie-Rock!

Am 1. Juli 1983 zum ersten Mal auf dem alten Messeplatz in Freiburg das Zeltgestänge ausgepackt und aufgebaut, zog das Zeltmusikfestival (ZMF) 1985 hinaus auf das ländliche Mundenhof-Gelände. Dort hat man es sich in den vergangenen Jahrzehenten zwischen Wiesen und Tiergehegen gemütlich gemacht, um Jahr für Jahr Musik- und Kulturbegeisterte aus der Region sowie dem nahegelegenen Frankreich zu empfangen. Schon seit der ersten Stunde besticht das Freiburger Zeltmusikfestival durch ein abwechslungsreiches Programm, das Massen aller Altersklassen anzieht und begeistert. Auch 2010 führt die kulturelle Reise wieder durch ein facettenreiches Programm, das nicht nur Schlagerbegeisterte oder Klassikfanatiker auf das Festivalgelände lockt, sondern auch für Indie-Rock-, Soul- und Jazzverrückte etwas zu bieten hat. Um ZMF-Luft zu schnuppern, war Musicsection für euch am 15. Juli 2010 auf dem Indie-Rock-Konzert von Maximo Park:

Bereits seit über fünf Jahren tourt die aus dem nordenglischen Newcastle stammende Indie-Rock-Band von Bühne zu Bühne. Die langjährige Erfahrung merkt man Paul Smith, und den Musikern rundum ihren Leadsänger, bereits nach wenigen Minuten klar an. Die Töne sitzen, die Gitarrenriffs gehen runter wie warme Butter, der Sound klingt nicht nur professionell, sondern ist perfekt. Während es bei anderen Indie-Kollegen mittlerweile groß in der Mode ist immer häufiger auch auf elektronische Klänge zurückgreifen, pfeift Maximo Park auf jeglichen Synthesizer-Schnickschnack und liefert auch auf dem ZMF ein Konzert ab, das sich aus Elementen des puren Indie-Rocks generiert. Dies wissen auch die Fans in Freiburg zu würdigen. Mit Maximo Park durfte endlich mal wieder ein Konzert erlebt werden, das man pausenlos wild hüpfend, springen und mitsingend zelebrieren durfte. Paul Smith, der smarte Mann mit Hut und Krawatte, schloss sich diesem Prinzip an und eroberte die Bühne mit akzentuierten Bewegungen und ausdrucksstarken Gesten schnell für sich. Währenddessen überzeugte er zudem auf stimmlicher Ebene und mit einem guten Händchen für die Song-Auswahl. Eröffnet wurde die Show mit dem ersten Song ("Signal ans Sign") des ersten Albums ("A Certain Trigger", 2005). Von dort aus führte die energiegeladene Reise über erstaunlich viele Songs der alten Alben, bis hin zur aktuellen Platte "Quicken the Heart", die im Mai 2009 veröffentlicht wurde. Nach einer kleinen, aber feinen Zugabe verabschiedete sich die Band mit einem netten "Dankeschön!" nach bereits rund 70 Minuten von seinen mittlerweile nass geschwitzten Fans. Manch einer hätte es mit Maximo Park sicherlich noch länger in dem Zirkuszelt ausgehalten. Dennoch bleibt am Schluss ein rundum positiver Eindruck von dem Ausflug auf das ZMF zurück. Maximo Park lieferte eine starke Show, mit unverfälschtem Indie-Rock-Sound – Chapeau, Monsieur Smith!

Kathrin Lang
Musicsection.de

P.S. Wer bei Maximo Park letztlich doch den hippen Elektrosound etwas vermisst hat, wurde bereits vor dem großen Hauptact des Abends gut bedient. Eine gute Stunde bevor die smarten Jungs aus Nordengland die ZMF-Zirkusbühne für sich eroberten, durfte die Support-Band, mit dem selbstreferentiellen Namen We Have Band, einen überzeugenden Auftritt absolvieren. Mit ihrer gelungenen Mischung aus Synthie-Pop und Post-Punk war es für die drei Musiker ein Leichtes, die Zuschauer vor der Bühne auf ihre Seite zu ziehen und für die ersten schwingenden Tanzbeine zu sorgen.



© Bilder und Text: Musicsection.de