"Besondere Musiker verdienen besondere Aufmerksamkeit!"

Unter diesem Motto startet Musicsection.de, gemeinsam mit seinen Schwesterseiten Moviesection.de und Booksection.de, seine Reihe besonderer Specials.

Unsere sogenannten „Portrait-Specials“ sollen nicht nur plumpe PR eines Künstlers sein, sondern unsere Besucher umfassend und interessant informieren.

Im Herbst 2010 im Blickpunkt: Alex Max Band, der mit THE CALLING bereits massive Erfolge feierte und nun mit "We've all been here" sein erstes Album unter seinem echten Namen herausbringt.


Interview:

"Es kam immer alles von mir. Ich war THE CALLING."

Musicsection.de: Wo sind Deine blonden Haare hin?
Alex Max Band: Ich habe aufgehört zu färben. Ich habe mir die Haare blond gefärbt seit ich 12 Jahre alt war. Mit blond sah ich immer so jung und poppig aus. Ich will heute als Musiker ernst genommen werden. Die Zeiten von THE CALLING sind nun mal vorbei und mein damaliges Label wollte unbedingt, dass wir eine junge Zielgruppe haben. Also waren wir in diversen Jugendzeitschriften, damit unsere Plattenfirma Allen vermitteln konnte, dass wir eine Boyband seien. Dabei musste gar nichts erzeugt werden. Ich schrieb die Musik, ich produzierte sie… na ja, wie auch immer: Ich bin auf jeden Fall nicht mehr blond. (lacht)

Musicsection.de: Dein Vater produziert Horrorfilme…
Alex Max Band: Ja, in Amerika ist er als „King of the B-Movie“ bekannt. Er hat bereits über 300 Filme gedreht, die meisten davon Horrorfilme, die jedoch nicht so schrecklich, sondern eher lustig sind. Es sind immer irgendwelche nackten Mädels zu sehen und irgendwelches Zeugs, das zum Leben erwacht und Leute tötet.

Musicsection.de: Im Internet steht, dass Du dafür auch oft die Musik geschrieben hast…
Alex Max Band: Nein, das stimmt nicht. Er hat mich immer wieder darum gebeten, es zu tun, aber ich hatte wegen meiner Musik einfach keine Zeit. Ich steuerte früher mal einen Song bei. Mehr nicht. Außerdem sind das meistens wirklich billige Filme, die nicht ins Kino, sondern gleich auf DVD raus kommen.

Musicsection.de: Deine Fans konnten Dich außerdem in einer Folge von „CSI: NY“ sehen…
Alex Max Band: Das war wirklich toll, weil ich am Set den Regisseur des Videos „Tonight“ kennenlernte - er ist ein wirklich cooler Typ. Ja, neben der Musik nehme ich ab und an Schauspieljobs an. Ich gehe aber nicht zu Castings. Ich hasse das! Wenn mir etwas angeboten wird, dann überlege ich und greife vielleicht auch zu.

Musicsection.de: Ist die Schauspielerei eine Alternative zu Deiner Karriere als Musiker?
Alex Max Band: Ich werde immer Musik machen. Ich sehe die Schauspielerei eher als Mittel, um mein Gesicht publik zu machen und meine Musik zu positionieren. Ich kann mir nicht vorstellen, Vollzeitschauspieler zu sein. Das ist für mich nicht so toll.

Musicsection.de: Zurück zur Musik. Gibt es Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Fans?
Alex Max Band: Oh, einen großen Unterschied. Der größte Unterschied ist Hingabe und Loyalität. Ich hab besonders hier in Deutschland mehr als nur treue Fans gefunden, die nicht einfach wieder verschwinden. Das, was gerade passiert, ist da das beste Beispiel. Durch diese ganze Situation mit meinem Label, blablabla… brauchte ich ganze fünf Jahre, um mein Soloalbum auf den Markt zu bringen. In fünf Jahren können Fans sich von einem abwenden, einen vergessen, wie das in Amerika zum Teil der Fall war. Da musste ich ganz von vorne anfangen. In Deutschland hat meine Fanbase auf mich gewartet. Teilweise haben meine früheren Fans, die damals noch sehr jung waren, jetzt schon eigene Kinder. Das ist echt toll. Das ist meine erste Headliner-Tour in Europa seit sieben Jahren und alle sind ausverkauft. Das ist wirklich großartig.

Musicsection.de: Das freut uns für Dich!
Alex Max Band: Vielen Dank! Es war auch ein harter und steiniger Weg…

Musicsection.de: „Wherever you will go“ ist ein Riesen Hit überall auf der Welt. Ist es manchmal langweilig, immer und immer wieder den gleichen Song spielen zu müssen?
Alex Max Band: Wenn der Song im Radio läuft, schalte ich immer ab. Natürlich freue ich mich, wenn meine Lieder im Radio laufen, aber man kann es irgendwann schon nicht mehr hören. Das Lied live zu performen ist jedoch immer großartig. Jedes Mal ist es anders weil das Publikum ein anderes ist. Ich liebe es immer noch, live zu spielen, weil ich Menschen gerne glücklich mache. Es ist mir egal, wie oft ich es noch spielen muss.

Musicsection.de: Bist Du noch immer nervös, bevor Du auf die Bühne gehst?
Alex Max Band: Das hängt davon ab, welche Art Show auf mich wartet. In den letzten paar Tagen haben wir einige ausverkaufte Shows gespielt…

Musicsection.de: Ihr wart auch in Zürich?
Alex Max Band: Ja, genau.

Musicsection.de: Wie war’s?
Alex Max Band: Es war toll. Tolle Show, tolle Leute. Meine Tour ist sehr einfach. Ich spiele auf einer Bühne für meine Fans. Das war’s. Es ist sehr intim. Es soll Spaß machen – und da bin ich eigentlich nicht sehr oft nervös. Heute war ich aber echt nervös, weil es ja auch live im Fernsehen übertragen wurde. Da gibt es keinen Platz für Patzer, wenn Dich tausende von Fans im Internet und im Fernsehen sehen können. Bei den meisten Shows sammle ich mich vor dem Auftritt, trinke noch einen Tee und dann geht’s los.

Musicsection.de: Noch immer denken viele, THE CALLING sei wirklich eine Band gewesen…
Alex Max Band: Das ist einer der Gründe, warum ich nun als Alex Band unterwegs bin, weil jeder immer dachte, THE CALLING sei eine Band. Es gab keine Band-Mitglieder. Jeder wurde angeheuert und von mir bezahlt, wie heute auch. Mein Label damals wollte einfach ein Band-Image. Sie zeigten Bandmitglieder auf T-Shirts, Fotos usw., was ein echtes Problem wurde, weil keiner dieser Bandmitglieder bei meinem Label irgendetwas unterschrieben hatten, keiner irgendwelche Songs schrieb oder während der Aufnahmen dabei war. Das waren nur Sessionplayers. Es kam immer alles von mir. Ich war THE CALLING.

Musicsection.de: Was sind Deine aktuellen Lieblingsbands?
Alex Max Band: Die KINGS OF LEON haben ein unglaublich gutes Album gemacht, ONE REPUBLIC und COLDPLAY liebe ich auch. Ich habe immer U2, DAVID BOWIE und LED ZEPPELIN geliebt…

Musicsection.de: Du hast mit 15 die Schule verlassen…
Alex Max Band: Ja, da unterschrieb ich bereits bei meiner damaligen Plattenfirma. Da versprach man mir, ein Album zu produzieren, auf Tour zu gehen, der nächste Hanson zu werden. Das alles kann man nicht während der Schule machen, also bin ich zuhause unterrichtet worden. Es dauerte dann tatsächlich fünf Jahre, bis ich dann wirklich mein erstes Album auf den Markt brachte. Ich schrieb meine ganzen Songs schon viel früher. „Wherever you will go“ schrieb ich mit 16. Anschließend lag der Song dann auf dem Schreibtisch meines Labes rum, ohne dass etwas mit ihm geschah. Das hat auch niemanden interessiert.

Musicsection.de: Würdest Du mit den heutigen Erfahrungen noch mal genauso entscheiden und die Schule abbrechen?
Alex Max Band: Nein, ich würde die Schule auf jeden Fall beenden. Ein trauriger Aspekt meiner Biographie ist, dass ich durch das Business zwar viele Leute kannte, ich aber keine richtigen Freunde hatte. Ich vermisse auch so ganz normale Sachen, wie keinen Abschlussball und keine Abschlussfeier mitgemacht zu haben. Ich wurde eben schnell erwachsen, war viel im Studio und hab an meiner Musik gearbeitet. Es gibt an all dem gute und schlechte Seiten.

Musicsection.de: Ist es schwierig, in diesem Business echte Freunde zu haben?
Alex Max Band: Ja, weil jeder ein Stück von Dir haben will. Wenn sie haben, was sie wollen, verschwinden sie wieder und wenn Du wieder gut im Geschäft bist, stehen sie erneut auf der Matte. Die einzigen Menschen, denen ich vertraue, gehören zu meiner Familie. Menschen, die da waren, bevor der Erfolg da war. Meiner Verlobten vertraue ich auch, weil sie mit Hollywood und der Mentalität dort nichts zu tun hat und von ganz woanders herkommt.

Musicsection.de:
Was sind Deine Wünsche für die Zukunft?
Alex Max Band: Persönlich will ich meine Freundin heiraten, Kinder bekommen und zur Ruhe kommen.
Beruflich will ich meine Solokarriere aufbauen. Ich will weiter Musik machen und schreiben und Alben veröffentlichen und das schneller, als das bisher der Fall war. Die Zukunft wird sowieso so aussehen, dass es keine zusammengestellten Alben mehr geben wird, sondern nur noch Songs, die veröffentlicht werden. Ich will kein großer Star werden. Ich will einfach nur genug Geld verdienen, um meine Musik machen und auf Tour gehen zu können. Wenn ich das schaffe, bin ich ein sehr glücklicher Mensch.

Musicsection.de: Vielen Dank für das nette Gespräch, Alex!


Biographie:

Alex Band kam als Alexander Max Band am 8. Juni 1981 im US-Sonnenstaat Kalifornien zur Welt. Sein Vater, Charles Band, ist in Hollywood kein Unbekannter. Er gilt als König des B-Movies und produzierte weit über 250 (Horror-)Filme, die er auch zum Teil selbst schrieb und inszenierte. Alex’ Großvater war im Übrigen ein bekannter Maler. Die künstlerische Ader scheint also in diesem Fall vererbbar.
Mit acht Jahren begann Alex Gitarrenunterricht zu nehmen, mit 15 ging er von der Highschool ab und bekam Privatunterricht, weil seine damalige Plattenfirma mit einer großen Gesangskarriere lockte. Die Entscheidung, von der Schule abzugehen, bereut Alex Band heute. Er vermisse ganz normale Dinge, wie den Abschlussball oder die Abschlussfeierlichkeiten. Stattdessen schrieb er Songs, lernte wichtige und unwichtige Menschen kennen und durchlief einige Bandnamen, bis er schließlich bei THE CALLING Leadsänger wurde. Als Band promotet, setzte sich die charismatische Stimme des Sängers international durch und lieferte einige Hits ab, die die Herzen der Fans überall auf der Welt im Sturm eroberten. „Wherever you will go“ ist der erfolgreichste Song unter ihnen, doch auch “Adrienne”, “Stigmatized” oder „Final Answer“ schafften es zu überzeugen. Das Album, „Camino Palermo“, setzte sich insgesamt ebenfalls vollauf durch.
Zwei Jahre später, 2004, kam mit „Two“ das zweite THE CALLING-Album auf den Markt, auf dem vor allem die Single „Our Lives“ ein Hit wurde – wenn auch nicht derart erfolgreich, wie „Wherever you will go“. Im Anschluss wurde es ruhiger um Alex Band und THE CALLING. Es wurde bekannt, der Sänger würde eine Solokarriere anstreben, die, wie wir heute wissen, von seiner damaligen Plattenfirma nicht getragen wurde. Nach etlichen Streitigkeiten gründete Alex Band sein eigenes Label und veröffentlichte 2010 sein erstes Soloalbum „We've All Been There“ in den USA. Das Label EMI übernahm in Europa den Vertrieb.
Privat war Alex von 2004 bis 2009 mit der Schauspielerin Jennifer Sky verheiratet. Mittlerweile ist er mit Kristin Blanford verlobt, die er 2011 ehelichen will.


Discographie:

Camino Palmero (The Calling)

2002

Großartiger kann man wohl nicht ins Musikgeschäft einsteigen. „The Calling“ begeistern mit ihrem ersten eigenen Album die Massen mit einem Reißer, der sich gewaschen hat. Hier jagt ein geniales Stück das nächste. Von Langweile und gleichen Stücken keine Spur. Rockig und soft präsentiert sich „The Calling“ und macht seine neuen Fans richtig glücklich.
Dass „The Calling“ funktioniert, liegt, neben der großartigen Musik und den tollen Texten, vor allem an dieser Stimme dieses Sängers. Wenn man ihn so sieht, blond und grünäugig, glaubt man kaum, welche Töne aus diesem Mann kommen können. Unglaublich, woher er diese Kraft in seiner Stimme nimmt. Fest steht, wir mussten viel zu lange auf eine solche Stimme warten! ... zur kompletten Kritik


Two (The Calling)

2004

Ein Musikkünstler, wie Alex Band, der „The Calling“ mit seiner genialen Stimme anführt, ist schwer zu kritisieren. Nach dem Erstling „Camino Palermo“ waren die Erwartungen hoch. Zu hoch? „Two“ bietet dem Fan dieser genialen Stimme bereits in „One by One“ die gewohnt eindringliche Stimme dieses blonden Sunnyboys, der, auf den ersten Blick, kein Wässerchen trüben kann. Mit der Stimme ist das jedoch nach und nach immer schwerer zu glauben.
Bei all der Liebe zur Stimme, kann aber nicht geleugnet werden, dass „Two“ eindeutig schwächer ist, als noch der Erstling. Die Songs ähneln sich oft und auch Alex Band kann nicht ewig nur mit Stimme überzeugen. Es ist zwar auch hier wieder der typische „The Calling“-Sound entstanden, der begeistert und gefällt, abwechslungsreich und neu ist dieses Nachfolgealbum nicht, oder nur an wenigen Stellen geworden. ... zur kompletten Kritik


We've All Been There

2010

„Here I am!“, so lautet der erste Satz auf dem neuen Album von Alex Max Band, der sich in Deutschland mit Zweitnamen ausgeben muss, weil es hier bereits eine (vollkommen unbekannte) „Alex Band“ gibt. Fünf Jahre hat er für die Veröffentlichung gebraucht, nachdem Streitigkeiten mit der Plattenfirma die Gesangs- und Solokarriere erst einmal auf Eis gelegt hatten. Der ehemalige Sänger von The Calling war viel zu lange weg aus unserem Radio und kehrte ja bereits Anfang 2010 mit der Single „Tonight“ in unsere Ohren zurück. Monate später, Ende September, dann endlich die Albumveröffentlichung.
Noch immer hat die Stimme des fast 30jährigen Amerikaners nichts von Wirkung und Charisma, vor allem aber von ihrer Einzigartigkeit verloren. Bereits im ersten Song, „We've All Been There“ klingt er wieder wie immer, wie bei The Calling. ... zur kompletten Kritik



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